14:53 Uhr
Anleiherenditen in Europa ziehen an
Anleger in der Eurozone werfen erneut Staatsanleihen aus ihren Depots. Im Gegenzug zieht die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe als Gradmesser für die Eurozone auf 3,5382 Prozent und damit auf ein 17-Jahres-Hoch. Steigende Energiepreise und wachsende Sorgen über die Inflation und höhere Zinsen setzen seit Wochen die globalen Anleihenmärkte unter Druck. Der Dax vergrößerte am Nachmittag seine Verluste und verlor 0,7 Prozent auf 25.395 Punkte.
Mehrere EZB-Ratsmitglieder äußerten Bedenken hinsichtlich steigender Energiepreise und verwiesen dabei auf die Öl- und Gaspreise. Der lettische Notenbankchef Martins Kazaks sagte, es könne Spielraum für weitere Zinserhöhungen geben, da die Energiepreise und die Inflation hoch blieben. “Die Argumente für eine weitere Straffung mehren sich.” Die Notenbank könne es sich jedoch leisten, ohne Eile vorzugehen.
14:30 Uhr
EZB-Zinssätze “müssen womöglich in den restriktiven Bereich vordringen”
Die EZB muss die Zinsen laut EZB-Ratsmitglied Martins Kazaks im Kampf gegen die Inflation womöglich noch weiter behutsam anheben. “Die Argumente für eine weitere Straffung mehren sich”, sagte er Reuters. Der lettische Notenbankchef sieht dabei noch Luft nach oben. Die EZB hat mit ihrer jüngsten Zinserhöhung auf 2,5 Prozent zwar das obere Ende eines neutralen Bereichs erreicht, der die Wirtschaft weder ankurbelt noch bremst. Doch dies sei nicht als Limit anzusehen, wie Kazaks sagte: “Die Zinssätze müssen womöglich in den restriktiven Bereich vordringen.” Er äußerte sich damit ähnlich wie Bundesbankchef Joachim Nagel. Dieser hatte nicht ausgeschlossen, dass der Leitzins auf ein Niveau steigen könne, das die zurzeit überraschend robuste Wirtschaft etwas dämpfen würde.
Kazaks ist dafür, graduell vorzugehen. Dank früherer Schritte könne man ohne “Hast und Hektik” agieren. Die EZB hatte am Donnerstag ihre Leitzinsen zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. Zugleich warnten die Währungshüter vor anhaltendem Preisdruck, was Spekulationen über eine weitere Straffung der Geldpolitik bereits im nächsten Monat befeuerte. Kazaks wollte sich nicht dazu äußern, ob schon auf der nächsten Sitzung Ende Oktober eine weitere Zinserhöhung folgen könnte.
14:06 Uhr
Geldmarkt-Akteure diskutieren notwendige Zinserhöhungen
Wenig verändert zeigen sich zum Wochenstart die Euro-Geldmarktsätze. Nach der EZB-Zinserhöhung in der vergangenen Woche warte der Markt nun auf die noch offenen Entscheidungen von Bank of England, der Bank of Japan und der US-Notenbank Fed im weiteren Wochenverlauf. Diskutiert wird vor allem über die Anzahl weiterer, notwendiger Zinserhöhungen in den Industrieländern. Als problematisch für alle Notenbanken wird gesehen, dass der Inflationsanstieg durch den Krieg zwischen den USA und dem Iran verursacht wurde, was die Energiepreise global nach oben trieb.
Tagesgeld: 2,18 – 2,38 (2,18 – 2,38), Wochengeld: 2,39 – 2,58 (2,35 – 2,57), 1-Monats-Geld: 2,27 – 2,57 (2,47 – 2,62), 3-Monats-Geld: 2,57 – 2,82 (2,40 – 2,65), 6-Monats-Geld: 2,94 – 3,07 (2,93 – 3,07), 12-Monats-Geld: 3,10 – 3,26 (3,06 – 3,16), Euribors: 11.09. 10.09. 3 Monate: 2,6470 2,6430, 6 Monate: 2,8200 2,8060, 12 Monate: 3,1600 3,1380
13:49 Uhr
Uniper veräußert Beteiligung an Gas-Pipeline Opal
Der verstaatlichte Energiekonzern Uniper verkauft seine Beteiligung an der Gas-Pipeline Opal. Das Paket in Höhe von 20 Prozent übernehme der Investor Hy24, teilte der größte deutsche Gaskonzern mit. Die Transaktion umfasse 100 Prozent der Anteile an der Gesellschaft Lubmin-Brandov Assets, die 20 Prozent der Anteile an der Opal-Pipeline halte. Die restlichen 80 Prozent gehörten dem Unternehmen GASCADE Gastransport. Die Transaktion sei Teil der Auflagen der EU, die Uniper für die Verstaatlichung 2022 erfüllen müsse.
Hy24 will der Mitteilung zufolge den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft vorantreiben. Opal sei einer der größten Transportkorridore Europas und erstrecke sich über eine Länge von rund 470 Kilometern von Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern bis nach Brandov in Tschechien. Als Teil des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes sei der nördliche Abschnitt der Opal Mitte Dezember 2025 umgestellt worden, der südliche Abschnitt solle bis Ende 2030 folgen.
13:27 Uhr
Orcel steht gleich vor der Tür: Klingbeil hat sich zu Coba “intensiv beraten”
Showdown in Sachen Commerzbank: Bundesfinanzminister Lars Klingbeil will in seinem Gespräch mit Unicredit-Chef Andrea Orcel zur Übernahme der Commerzbank die Interessen Deutschlands klarstellen. Drei Themen stünden bei dem Gespräch am Nachmittag im Mittelpunkt, sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin: die Finanzierung des Mittelstands in Deutschland durch die Commerzbank, der Finanzstandort Frankfurt am Main und die Interessen der Beschäftigten. Klingbeil habe sich vor seinem Gespräch mit Orcel “intensiv beraten”, sagte der Sprecher – “sowohl in der Bundesregierung als auch mit der Commerzbank, dem Land Hessen, dem Betriebsrat”.
Die italienische Unicredit hatte sich in den vergangenen Monaten fast die Hälfte der Stimmrechte an der Commerzbank gesichert. Beide Banken wollen nun über die von der Unicredit angestrebte Übernahme verhandeln. Die Frankfurter Bank hatte sich lange dagegen gewehrt, ebenso der Bund, der seit der Rettung der Commerzbank im Jahr 2008 Großaktionär des Geldinstituts ist. Derzeit hält er noch 12,1 Prozent Anteil an der Bank.
13:06 Uhr
“Spritpreise um drei Euro haben wir an den Autobahnen ja schon”
Spritpreise von drei Euro sind nach Ansicht des Tankstellenverbandes in Deutschland bald möglich. “Wir werden uns damit auseinandersetzen müssen, dass wir Spritpreise um drei Euro bekommen”, sagte Herbert Rabl vom Tankstellen-Interessenverband (TIV) der “Rheinischen Post”. “Und wir haben sie an den Autobahnen ja schon.” Der Experte kritisierte das Vorgehen der Mineralölkonzerne. “Es wird abkassiert. Und auch die Tankstellenbetreiber leiden unter den hohen Preisen.”
Am Wochenende hatte der Preis für einen Liter Benzin der Sorte E10 – im bundesweiten Tagesdurchschnitt – nach ADAC-Angaben den Rekord von 2,273 Euro erreicht. Diesel kostete 2,404 Euro und war damit nur noch 4,3 Cent von seinem Höchststand aus dem April entfernt.
12:44 Uhr
Wie wir von steigenden Zinsen profitieren
Die Schuldenberge sind gewaltig – und gleichzeitig steigen die Zinsen. Wie weit kann das noch gehen? Wie lange halten die Aktienmärkte das aus? Und wie können Anleger davon sogar profitieren? Darüber diskutiert Raimund Brichta mit Peter Bösenberg von der Société Générale und Thorsten Weinelt von der Commerzbank.
12:34 Uhr
Wetten auf Fed-Zinserhöhung machen US-Dollar härter
Die Aussicht auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed treibt den Dollar auf ein Zwei-Wochen-Hoch. Der Dollar-Index, der den Kurs zu sechs wichtigen Währungen widerspiegelt, steigt um 0,5 Prozent auf 99,60 Punkte. Der Euro fällt im Gegenzug auf ein Monatstief von 1,1535 Dollar. Die Schlüsselfrage für die Märkte ist, ob die Fed am Mittwoch auf den gestiegenen Ölpreis und die zuletzt höher als erwartet ausgefallene Inflation mit einer Zinserhöhung reagieren wird. Die Geldmärkte preisen mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent für einen solchen Schritt ein.
12:09 Uhr
Dax klar im Minus
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat es wieder mit steigenden Öl- und Gaspreisen zu tun. Der deutsche Leitindex lag am Mittag 0,6 Prozent tiefer bei 25.423 Punkten. Der EuroStoxx50 sank kräftig – um 1,0 Prozent auf 6260 Zähler.
12:00 Uhr
Nasdaq-Future vorbörslich tiefrot
Mit deutlichen Abgaben dürfte die Wall Street in die neue Handelswoche starten. Vor allem der Technologiesektor dürfte sich mit kräftigen Verlusten zeigen. Sicherheitswarnungen bezüglich künstlicher Intelligenz (KI) drücken auf das Sentiment. Zudem verschiebt OpenAI aus diesem Grund seinen Gang auf das Börsenparkett. Der Nasdaq-Future reduziert sich um 1,8 Prozent. Der Termin-Kontrakt auf den S&P-500 gibt um 0,8 Prozent nach.
Vor diesem Hintergrund geht es für die Chipwerte nach unten. So fallen Nvidia vorbörslich um 2,9 Prozent, AMD knicken um 5,6 Prozent ein, Qualcomm verlieren 5,0 Prozent und Western Digital büßen 4,3 Prozent ein. Im Gegenzug geht es für die Software-Aktien teils nach oben. Diese leiden seit Monaten unter Sorgen vor disruptiven Wirkungen von KI-Anwendungen auf ihre Geschäftsmodelle. Daher sorgen die Spekulationen über eine Verlangsamung der KI-Entwicklung nun für etwas Entspannung. Hier gewinnen Salesforce 2,7 Prozent und Adobe steigen um 2,2 Prozent.
11:48 Uhr
Spannungen im Nahen Osten lassen Gaspreis hochspringen
Die Gaspreise in Europa ziehen erneut an. Der europäische Erdgas-Future klettert in der Spitze um knapp sechs Prozent auf 84,20 Euro je Megawattstunde. Analysten verwiesen auf gescheiterte diplomatische Bemühungen zur Öffnung der Straße von Hormus und die Sorge vor niedrigen Füllständen der Gasspeicher vor dem Winter. “Der Markt wird von den eskalierenden Risiken im Nahen Osten dominiert, und inmitten einer Phase umfangreicher Wartungsarbeiten in Europa, die das norwegische Angebot und die LNG-Einspeisung beeinträchtigen, dürfte der Aufwärtsdruck bei den Preisen die ganze Woche über anhalten”, sagte LSEG-Analyst Dzmitry Dauhalevich.
Das weltweite LNG-Angebot könnte in diesem Winter um mehr als 20 Milliarden Kubikmeter sinken, wenn die Straße von Hormus weiterhin geschlossen bleibe, sagte Gergely Molnar, Gasanalyst bei der in Paris ansässigen Internationalen Energieagentur.
11:26 Uhr
“Wir machen den Menschen das Leben leichter”: Novo Nordisk heißt nur noch Novo
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk, Hersteller der Abnehm-Medikamente Ozempic und Wegovy, ändert seinen Namen: Das Unternehmen heißt künftig nur noch Novo und stellte zudem einen neuen Slogan vor: “Lasting Health starts now” (Nachhaltige Gesundheit beginnt jetzt). Käuferinnen und Käufer werden nicht mehr als Patienten angesprochen, sondern als Kunden.
Konzernchef Micke Doustdar sagte dem dänischen Fernsehsender TV2, mit der Verkürzung des Namens “machen wir den Menschen das Leben leichter”. Das Management lege Wert darauf, “unsere Geschichte und unser Erbe zu bewahren” – gleichzeitig “wollen wir das Unternehmen aber auch kontinuierlich neu erfinden”.
11:02 Uhr
Nächste Zinserhöhung steht an: Medizin oder Gift?
Zinsen sollen die Inflation bremsen, können aber selbst zum Risiko werden. In den USA wächst die Sorge, dass die Fed die Zinsen weiter anheben muss, während die Wirtschaft bereits unter hohen Finanzierungskosten leidet. Die Frage für die Börsen: Sind höhere Zinsen noch Medizin – oder schon Gift?
10:44 Uhr
Nigerianischer Milliardär Dangote startet größten Börsengang Afrikas
In Nigeria hat der Milliardär Aliko Dangote den größten Börsengang in der Geschichte Afrikas auf den Weg gebracht. Seine Ölraffinerie am Rand der Metropole Lagos profitiert von den globalen Lieferengpässen durch den Iran-Krieg, die die Nachfrage nach in Nigeria produziertem Kerosin in die Höhe treiben. Bei dem Börsengang könnte die Raffinerie Reuters-Berechnungen zufolge mit bis zu 47 Milliarden US-Dollar bewertet werden. Die rund 20 Milliarden Dollar teure Anlage wurde 2024 in Betrieb genommen und liefert den Großteil des im Inland produzierten Benzins. Derzeit verarbeitet die Anlage 700.000 Barrel Rohöl pro Tag. Bis 2029 soll sich die Menge auf 1,4 Millionen Barrel verdoppeln.
Angeboten werden 4,1 Milliarden Stammaktien zu je 525 Naira, umgerechnet etwa 0,40 Dollar. Bei vollständiger Zeichnung würde das Unternehmen 2,15 Billionen Naira (1,6 Milliarden Dollar) einnehmen. Bei einer Überzeichnung könnte das Volumen durch eine Mehrzuteilungsoption auf rund 2,1 Milliarden Dollar steigen.
10:33 Uhr
Hugo-Boss-Aufsichtsratschef wirft hin
Vor der bevorstehenden Übernahme durch den britischen Einzelhändler Frasers muss sich der Modekonzern Hugo Boss einen neuen Aufsichtsratschef suchen. Stephan Sturm habe sich entschieden, sein Mandat als Mitglied des Kontrollgremiums mit Wirkung zum 15. Oktober 2026 niederzulegen, teilte das Unternehmen mit. Die Entscheidung folge auf Gespräche vor dem Hintergrund der jüngsten Veränderungen in der Aktionärsstruktur von Hugo Boss. Mit der Suche nach einem Nachfolger werde umgehend begonnen.
Anfang September hatte Frasers angekündigt, seinen Anteil an dem Metzinger Mode-Unternehmen auf über 50 Prozent aufstocken zu wollen. Zudem stellte der Einzelhändler, hinter dem der britische Milliardär Mike Ashley steht, seine Unterstützung für Aufsichtsratschef Sturm auf den Prüfstand.
10:10 Uhr
Biontech vermeldet Etappenerfolg mit neuem Lungenkrebsmittel
Das Mainzer Biotechunternehmen Biontech und sein US-Partner OncoC4 haben mit einem neuen Wirkstoff in einer klinischen Studie die Überlebenszeit bei einer bestimmten Form von Lungenkrebs nahezu verdoppelt. In dem ersten, noch nicht zulassungsrelevanten Teil einer Phase-3-Studie erreichten Probanden mit dem Antikörper Gotistobart ein mittleres Gesamtüberleben von 18,5 Monaten, teilten die Unternehmen mit. In der Kontrollgruppe, die das Standard-Chemotherapeutikum Docetaxel erhielt, lag dieser Wert bei 10,0 Monaten. Das Mittel richtet sich an Patienten mit einem sogenannten Plattenepithelkarzinom der Lunge, deren Erkrankung trotz einer vorherigen Immun- und Chemotherapie weiter fortgeschritten ist.
09:50 Uhr
Bitcoin steht unter Druck
Der Bitcoin fällt, da höhere Ölpreise und die Daten zu den US-Verbraucherpreisen die Wetten auf eine Zinserhöhung verstärkt haben, was die Attraktivität risikoreicherer Anlagen wie Kryptowährungen schmälert. Er gibt 0,7 Prozent auf 76.788 Dollar nach. Die Renditen von US-Staatsanleihen seien über die gesamte Zinskurve hinweg gestiegen, was die zinslose Kryptowährung weiterhin belasten könnte, kommentiert Konstantinos Chrysikos von Kudo.com. Die Märkte stellten sich auf eine Straffung durch die US-Notenbank in dieser Woche ein, und die Erwartungen für einen weiteren Schritt vor Jahresende hätten sich verstärkt.
Der Fokus liegt auch auf der bevorstehenden Abstimmung über den Clarity Act, ein US-Gesetz, das einen regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte schaffen soll. Eine Verabschiedung würde die Stimmung am Kryptomarkt wahrscheinlich stützen, während ein Scheitern Ausverkäufe auslösen könnte.
09:31 Uhr
“Reflexartige Korrektur”: Bei Gold ist Weitsicht gefragt
Goldanleger blicken womöglich über den nächsten Schritt der US-Notenbank hinaus. Davon geht Joni Teves von UBS Global Economics and Strategy Research aus. Die Edelmetallexpertin erwartet demnach, dass der Markt die Erwartungen an eine Straffung der Geldpolitik weitgehend eingepreist habe und anderen Gründen für den Kauf von Gold mehr Gewicht beimesse, wie der Attraktivität des Vermögenswerts zur Diversifizierung und den intakten Käufen des öffentlichen Sektors.
Zudem stehe in Indien die Hauptsaison für die Goldnachfrage bevor, während die Investitionstätigkeit in China unterstützend wirke, fügt sie hinzu. Die Goldpreise dürften volatil bleiben, aber bis zum Jahresende mit zunehmender Wahrscheinlichkeit steigen, so Teves. Sie weist darauf hin, dass eine Zinserhöhung der US-Notenbank im September dennoch zu einer “reflexartigen Korrektur” führen könnte, ohne die breitere Erholung zu gefährden. Der Goldpreis fällt 0,3 Prozent auf 4332,84 Dollar je Feinunze.
09:17 Uhr
Ölpreis als Belastungsfaktor
Mit leichten Abschlägen startet der Dax in das heutige Geschäft. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 25.520 Punkten, nachdem er mit 25.569 Zählern ins Wochenende gegangen war. Am Freitag hatte er dabei 0,8 Prozent zugelegt, ein Wochenminus aber damit auch nicht mehr abwenden können. Als Top-Belastungsfaktor fungiert aktuell der steigende Ölpreis. Er schürt Inflationsängste und befeuert damit die Spekulationen auf steigende Zinsen. In dieser Woche entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren geldpolitischen Kurs.
08:58 Uhr
Für Bayer wird es ernst – und milliardenschwer
Der Agrar- und Pharmakonzern Bayer steht heute vor einer entscheidenden Anhörung im US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Roundup. Ein Gericht im Bundesstaat Missouri prüft einen vorgeschlagenen Vergleich in Höhe von 7,25 Milliarden Dollar, der Zehntausende Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken durch das glyphosathaltige Mittel beilegen soll. Für Konzernchef Bill Anderson ist die angestrebte Einigung ein zentraler Baustein, um die seit der Monsanto-Übernahme 2018 andauernden juristischen Altlasten endgültig hinter sich zu lassen. Eine sofortige Entscheidung des Richters wird bei dem Termin in St. Louis jedoch nicht erwartet.
08:41 Uhr
Asiens Chipaktien kommen unter die Räder
An den Börsen in Ostasien und Australien lässt sich zum Start in die neue Woche keine einheitliche Tendenz ausmachen. Mancherorts stützen die positiven Vorgaben der Wall Street vom Freitag, wobei der neuerliche Anstieg des Ölpreises die Kursgewinne aber begrenzt. Daneben veranlasst der für den späten Mittwoch erwartete Zinsentscheid der US-Notenbank einige Anleger zu Zurückhaltung, wie es heißt. Die Märkte erwarten mehrheitlich eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte.
In Südkorea fällt der technologielastige Kospi um 2,7 Prozent. Der Nikkei-Index in Tokio verliert 1 Prozent, während der breiter gefasste Topix um 0,6 Prozent steigt. Der Composite-Index in Shanghai notiert gut behauptet, der Hang-Seng-Index in Hongkong gewinnt 0,4 Prozent. In Sydney ist die Tendenz gut behauptet.
Unter den Chipwerten verbilligen sich die beiden südkoreanischen Schwergewichte SK Hynix und Samsung Electronics um 5,5 und 3,1 Prozent. In Tokio geht es mit dem Kurs der Softbank Group, einer der größten Unterstützer von OpenAI, um 11,5 Prozent abwärts. Die Aktie des Chipherstellers Kioxia verliert 6 Prozent. Advantest büßen 3 Prozent ein. In Taiwan gibt die Aktie des weltgrößten Chip-Auftragsfertigers Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) um 1,2 Prozent nach.
08:24 Uhr
Ölpreise rauf, Dax runter
Der Dax wird mit Verlusten in den Handel starten. Am Freitag beendete der Dax die Woche dank sinkender Ölpreise versöhnlich und rückte um 0,8 Prozent auf 25.568 Punkte vor. Dabei hatten die Inflationsdaten die Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank angeheizt. Händler an den Terminmärkten taxierten die Wahrscheinlichkeit für eine geldpolitische Straffung der Fed um einen Viertelprozentpunkt am Mittwoch daraufhin auf rund 90 Prozent, zuvor lag sie bei rund 70 Prozent.
Steigende Ölpreise schüren zum Wochenanfang erneut die Sorgen vor einer Verknappung des Angebots. Nach weiteren Angriffen der Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabien und iranischen Angriffen auf Schiffe im Persischen Golf ziehen die Ölpreise mehr als drei Prozent an. Ein im Tagesverlauf geplantes Treffen zwischen den Golfstaaten und dem Iran im Oman, bei dem über die Lage in der Straße von Hormus beraten werden sollte, wurde verschoben. Relevante Konjunkturindikatoren stehen zum Wochenstart nicht an.
08:05 Uhr
Wie rollt’s auf dem E-LKW-Markt?
Die führende internationale Nutzfahrzeugmesse IAA Transportation in Hannover beginnt mit einem Pressetag und läuft dann bis zum 20. September. Mehr als 1700 Aussteller werden erwartet, davon kommen 70 Prozent aus dem Ausland – die größte Gruppe aus China. Die chinesischen Hersteller von Elektro-Lastwagen drängen auf den europäischen Markt. Mit gut fünf Prozent der Neuzulassungen ist der E-Lkw-Marktanteil noch sehr klein. Es gibt zwar schon genug Modelle von Herstellern wie Daimler Truck, MAN oder Volvo, doch an Stromtankstellen mangelt es noch. Die Branche fordert deshalb eine Lockerung der CO2-Grenzwerte in der Europäischen Union, da den Lkw-Bauern bei Zielverfehlung hohe Geldstrafen drohen.
07:49 Uhr
Europäer nehmen Kampf um Einfluss in der Arktis auf
Die Europäer nehmen den Kampf um Einfluss in der Arktis auf. Bei einem Gipfeltreffen in der nordfinnischen Stadt Rovaniemi am Polarkreis wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und andere Spitzenvertreter mehrerer EU-Staaten heute darüber beraten, wie sich Europas Interessen in der Region sichern lassen. Dabei geht es um neue Schifffahrtsrouten, die durch den klimabedingten Rückgang des arktischen Meereises entstehen, aber auch um unerschlossene Rohstoffvorkommen und Sicherheitsbedrohungen durch militärische Aktivitäten Russlands und Chinas.
Neben Dänemark mit Grönland werden auch Norwegen mit Spitzbergen sowie Russland, die USA und Kanada zu den arktischen Polarstaaten gezählt. Dem 1996 für den Umweltschutz gegründeten Arktischen Rat gehören zudem Island, Schweden und Finnland an.
Gipfelgastgeber Finnland will bei den Gesprächen deutlich machen, dass die Arktis als ein integraler Bestandteil europäischer Sicherheit betrachtet werden muss und bei Weitem nicht mehr nur aus wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Perspektive. Als ein Beispiel für Bedrohungen gelten von Norwegen und Großbritannien offengelegte Aktivitäten russischer Unterseeboote im Hohen Norden im Frühjahr. Nach Angaben aus Nato-Kreisen gilt es mittlerweile als sicher, dass die Boote nahe Spitzbergen eine neuartige Technologie zur weitgehend spurenlosen Sabotage von Unterseekabeln erprobt haben.
07:33 Uhr
Trump nimmt Whiskey-Zoll zurück
US-Präsident Donald Trump hat zum Abschluss seines Irland-Besuchs erklärt, den Zollsatz von zehn Prozent auf irischen Whiskey aufzuheben. Trump machte die Ankündigung vor einer Menge irischer Golf-Fans bei einem Turnier auf einem Golfplatz, der seiner Familie gehört. Der irische Regierungschef Micheal Martin und der irische Spitzen-Golfer Shane Lowry hätten ihn auf den Zoll angesprochen. “Und alle haben mich ständig damit genervt und gesagt: ‘Würdest du mir einen Gefallen tun? Es ist so unfair, was da vor sich geht.'” Alle hätten ihn gebeten, den Zoll zurückzunehmen. “Und ich sagte im Namen der Vereinigten Staaten von Amerika: Ich werde die Zölle auf irischen Whiskey aufheben”, sagte Trump unter lautem Jubel der Menge.
Die Abgabe wird derzeit im Rahmen der Zölle auf alle Wein- und Spirituosenexporte der EU in die USA erhoben. Der Irische Whiskey-Verband (IWA) begrüßte die Ankündigung. “Nichts verdeutlicht die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Irland besser als irischer Whiskey”, hieß es in einer Erklärung des IWA-Direktors Eoin O Caitin. Der Verband freue sich darauf, dass die Ankündigung vollständig umgesetzt werde.
07:11 Uhr
Zwei Themen setzen Asien-Börsen zu
Steigende Ölpreise und die Sorge vor bevorstehenden Zinserhöhungen belasten die Aktienmärkte in Asien. Der Preis für die Rohölsorte Brent steigt kräftig an, denn neue Angriffe auf Saudi-Arabien und auf Schiffe im Persischen Golf erhöhen die Nervosität an den Märkten deutlich. Zuvor hatten bereits ein Angriff auf eine saudische Ölpipeline und ein Vormarsch der jemenitischen Huthi-Miliz die Sorge vor einer Verknappung des Energieangebots geschürt. Ein für heute geplantes Treffen zwischen dem Iran und den Golf-Anrainerstaaten im Oman, bei dem über die Lage in der Straße von Hormus verhandelt werden sollte, wurde verschoben.
Zudem blicken die Anleger auf die Zinsentscheidungen in den USA und Japan in dieser Woche. Nach unerwartet hohen US-Verbraucherpreisdaten vom Freitag rechnen die Märkte mit einer 86-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch die Zinsen um 25 Basispunkte anheben und im Dezember einen weiteren Schritt folgen lassen wird. Es wäre die erste Zinserhöhung seit Mitte 2023. “Wir erwarten nun, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr zweimal anheben wird, im September und im Dezember”, sagt Michael Feroli, Chefvolkswirt für die USA bei JPMorgan. “In dieser Phase könnte es die Glaubwürdigkeit der Institution gefährden, wenn sie ihren Ankündigungen keine Taten folgen lässt.”
In Tokio gibt der Nikkei-Index 0,8 Prozent auf 63.498,61 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notierte 0,7 Prozent höher bei 4054,89 Zählern. Der Shanghai Composite bleibt fast unverändert bei 3888,18 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fällt 0,4 Prozent auf 4493,64 Punkte.
06:54 Uhr
Angriffe in Nahost – Ölpreise reagieren
Der Ölpreis steigt nach erneuten Angriffen auf Saudi-Arabien und auf Schiffe im Persischen Golf um mehr als drei Dollar. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 3,1 Prozent auf 107,84 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI steigt 2,8 Prozent auf 102,85 Dollar. Die Angriffe schüren an den Finanzmärkten die Sorge vor einer Verknappung des Angebots und setzen die Aktienmärkte unter Druck.
In Saudi-Arabien zeigen staatliche Medien Videoaufnahmen von Schäden an Häusern und einer Moschee, die demnach von einem Angriff der Huthi-Miliz auf die südliche Provinz Dschasan stammten. Die Huthi erklärten zudem, sie hätten einen saudischen Militärstützpunkt in einer benachbarten Provinz angegriffen. Zudem wurde ein Schiff in der Straße von Hormus von einem Geschoss getroffen. Dies löste einen Brand aus, woraufhin die Besatzung das Schiff verlassen musste, wie die britische Seefahrtsicherheitsbehörde UKMTO mitteilte.
06:36 Uhr
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,3 Prozent auf 154,03 Yen und legt leicht auf 6,7067 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,8176 Franken. Parallel dazu fällt der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1584 Dollar und zieht leicht auf 0,9472 Franken an.
06:17 Uhr
“Wer bei KI gewinnt, gewinnt”
US-Präsident Donald Trump hat die Führungsrolle der USA bei der Künstlichen Intelligenz (KI) betont und Warnungen vor wachsenden Gefahren zurückgewiesen. Auf die Frage, ob die KI-Branche ihre Entwicklung verlangsamen oder stärker reguliert werden sollte, sagte Trump, die USA seien China bei KI voraus. “Wir sind das fortschrittlichste Land der Welt, und ehrlich gesagt will ich, dass das auch so bleibt”, sagte Trump. “Wer bei KI gewinnt, gewinnt.” Zwar seien Leitplanken möglich. Es gebe aber viele “sehr negative Kräfte”, die unbegründete Sorgen schürten.
Hintergrund von Trumps Äußerungen ist eine wachsende Debatte über die Risiken der Technologie. Der Chef des KI-Entwicklers Anthropic hatte zuletzt ein langsameres Entwicklungstempo gefordert. Die Sorgen waren durch den Rücktritt eines Forschers befeuert worden, der vor massenhaften Todesfällen durch KI warnte. Zudem verhandeln US-Senatoren laut Medienberichten über ein Gesetz, das Tech-Konzerne zu mehr Sicherheit bei der Entwicklung von KI-Anwendungen verpflichten soll. Der ChatGPT-Entwickler OpenAI kündigte an, wegen der Sicherheitsbedenken seinen Börsengang zu verschieben und nicht mehr in diesem Jahr 2026 an den Aktienmarkt zu gehen.
06:00 Uhr
Die Börsenwoche wird “Fed”
In dieser Börsenwoche dürfte die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank den Takt an den Börsen vorgeben. Wenige Tage nach der Europäischen Zentralbank (EZB) wird die Federal Reserve den Leitzins am Mittwoch voraussichtlich ebenfalls um einen Viertelprozentpunkt anheben. Anleger sehen die Wahrscheinlichkeit bei rund 70 Prozent. Sprunghafte Anstiege beim Ölpreis und den Anleiherenditen und eine zunehmend restriktive Geldpolitik haben die Stimmung an den Aktienmärkten getrübt: Am Freitag verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von rund zwei Prozent und 25.569 Punkten ins Wochenende. “Der saisonal häufig schwierige September wird seinem schlechten Ruf damit bislang gerecht”, sagen die Analysten der LBBW. Seit Monatsbeginn ging es für den Leitindex rund 3,4 Prozent abwärts.
Ein wichtiger Faktor für den zunehmenden Preisdruck ist der Anstieg des Ölpreises. Wegen der erneuten Kämpfe zwischen den USA und dem Iran übersprang der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee am Mittwoch wieder die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter). Darüber hinaus gewinnt der US-Arbeitsmarkt an Schwung. “Eine anziehende Inflation rechtfertigt zwar eine straffere Geldpolitik”, sagt Analyst Lloyd Chan von der Bank Mitsubishi UFJ. “Weitere Zinserhöhungen würden aber auch die Kreditkosten der Regierung in einer Zeit in die Höhe treiben, in der Haushaltsdefizite und die Belastung durch den Schuldendienst ohnehin bereits unter genauer Beobachtung stehen.” US-Präsident Donald Trump dringt daher auf Zinssenkungen durch die Fed. Die FOMC-Erklärung und die Pressekonferenz mit Fed-Chef Kevin Warsh werden die Erwartungen für den Rest des Jahres prägen.
Zu den wichtigsten Daten-Veröffentlichungen der Woche gehört hierzulande der ZEW-Index am Dienstag. Für die Eurozone sind die Handels- und Industrieproduktionsdaten für Juli sowie die endgültige Inflationsrate für August von besonderem Interesse. Zu den wichtigsten US-Daten gehören die Einzelhandelsumsätze für August am Mittwoch und die Industrieproduktion am Freitag. China veröffentlicht am Dienstag die Daten zur Industrieproduktion, zum Einzelhandelsumsatz, zu den städtischen Investitionen, zur Arbeitslosenquote und zu den Immobilienpreisen für August.
Heute trifft sich Bundesfinanzminister Lars Klingbeil in Berlin mit dem Chef der italienischen Großbank UniCredit, Andrea Orcel, um über die anstehende Übernahme der Commerzbank zu sprechen. Dabei will die Bundesregierung Insidern zufolge auf den Erhalt der deutschen Identität und der Börsennotierung des Frankfurter Instituts sowie auf den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen pochen. Zudem wolle sich der Bund, der noch zwölf Prozent an der Commerzbank hält, zwei Aufsichtsratsmandate sichern. Nachdem sich UniCredit zuletzt fast die Hälfte der Anteile gesichert hat, hatten Berlin und die Commerzbank ihren Widerstand gegen die Übernahmepläne aufgegeben.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.